Laghi di Lamar
Die Lamar-Seen liegen im Valle dei Laghi, oberhalb des Ortes Terlago und nur wenige Kilometer von Trient entfernt. Einst bildeten sie ein einziges Gewässer, bis ein Erdrutsch zwei getrennte Seen entstehen ließ: im Süden der Lago Santo, im Norden der Lago di Lamar. Heute präsentieren sie sich als geschützter Naturraum, in dem Wasser, Wald und Fels ein harmonisches Landschaftsbild schaffen. Die grasbewachsenen Ufer, die umliegenden Buchenwälder und die Tierwelt machen das Gebiet interessant für alle, die Ruhe suchen, gern wandern oder angeln. Die Nähe zur Paganella eröffnet zudem weiterführende Wandermöglichkeiten, wobei der See stets ein ruhiger Bezugspunkt bleibt.
Überblick
Die Lamar-Seen liegen auf etwa 700 Metern Höhe, am östlichen Fuß der Paganella und durch die Erhebungen des Soprasasso vom Etschtal getrennt. Ihre Entstehung geht auf Hangbewegungen zurück, die ein einstiges Becken in zwei Seen teilten. Der Lago di Lamar, bekannt für das Baden im Sommer, besitzt teils grasige, teils felsige Ufer mit einer größeren Wiesenfläche auf der Westseite. Der ruhigere Lago Santo ist von dichten Buchen- und Nadelwäldern umgeben. Die von Kalkfelsen und Karstphänomenen geprägte Landschaft beherbergt zahlreiche Fischarten, Vögel und kleine Säugetiere. Trotz ihrer Beliebtheit bewahren die Seen eine intime Atmosphäre, auch dank ihrer überschaubaren Größe und dem Fehlen großer touristischer Anlagen.
Sehenswertes
Lago di Lamar
Der Lago di Lamar ist der meistbesuchte der beiden Seen, vor allem wegen seiner Wiese am Westufer, die vom oberen Parkplatz gut erreichbar ist. Das Wasser zeigt je nach Tageszeit und Jahreszeit unterschiedliche Farbtöne. Die Ufer sind teils sanft abfallend, ideal zum Liegen auf dem Gras, teils felsig, mit ausgewiesenen Stellen für sichere Sprünge ins Wasser. Der umliegende Buchenwald spendet im Sommer angenehmen Schatten. In der warmen Jahreszeit ist ein Rettungsdienst aktiv, zudem gibt es geregelte Bereiche für das Sportfischen. Ein Rundweg am See ermöglicht kurze Spaziergänge mit ruhigen Blicken aufs Wasser.
Lago Santo
Vor dem Lago di Lamar liegt der Lago Santo, kleiner und ruhiger. Ein einfacher Weg führt rund um das Ufer und eignet sich auch für Familien mit kleinen Kindern oder für alle, die eine kurze Wanderung bevorzugen. Der Wald reicht stellenweise bis ans Wasser und schafft eine dichte, je nach Jahreszeit stark wechselnde Kulisse – besonders im Herbst mit intensiven Farben der Buchen. Die Ufer sind weniger erschlossen als am Lago di Lamar, was zur ruhigen Atmosphäre beiträgt. Der See ist bei Anglern beliebt und bei allen, die einen stillen Ort für kurze Pausen, Lesen oder Fotografieren suchen. Die Nähe zum Restaurant zwischen den beiden Seen erleichtert die Planung eines entspannten Tages.
Abisso di Lamar
Am Südufer des Lago di Lamar, etwa dreißig Meter oberhalb des Wasserspiegels, befindet sich der Abisso di Lamar, eine Karsthöhle. Es handelt sich nicht um eine touristisch erschlossene Grotte, sondern um ein geologisches Element, das die unterirdische Geschichte dieser Kalklandschaft erzählt. Der direkte Zugang erfordert Vorsicht und ist nur erfahrenen Personen in Begleitung speleologischer Gruppen zu empfehlen. Auch aus der Ferne verdeutlicht die Höhle die Landschaftsstruktur: Felswände, Spalten und dunkle Öffnungen zeugen vom Zusammenspiel von Wasser und Gestein über lange Zeiträume.
Aktivitäten
An den Lamar-Seen kannst du deinen Tag ganz nach deinem Tempo gestalten. Im Sommer ist das Baden im Lago di Lamar besonders beliebt, dank meist ruhigem Wasser und der großzügigen Liegewiese. Wer gern wandert, kann den einfachen Rundweg um den Lago Santo wählen oder Wege Richtung Paganella einschlagen, die zu schönen Aussichtspunkten führen.
Auch für Mountainbike-Touren ist die Gegend geeignet, mit Forststraßen und Wegen, die die Seen mit weiteren Zielen im Valle dei Laghi verbinden. Angler finden hier ein reglementiertes Gebiet und sollten sich über Genehmigungen und erlaubte Zeiten informieren. Im Herbst zieht das Farbenspiel der Wälder zahlreiche Besucher an. Familien können einen entspannten Tag mit kurzen Spaziergängen, Picknick in ausgewiesenen Bereichen und Spielmomenten auf der Wiese verbringen – stets unter Beachtung der lokalen Regeln und des Naturschutzes.
Anreise
Von Trient aus erreichst du die Lamar-Seen über die SS45bis Richtung Valle dei Laghi. Nach dem Tunnel und der Auffahrt Richtung Cadine folgst du der Beschilderung nach Terlago und weiter Richtung Monte Terlago und Seen. Die Straße endet bei den Parkplätzen – zuerst am Lago Santo, dann am Lago di Lamar. Die Fahrzeit beträgt etwa 20–30 Minuten.
Von der Autobahn A22 nimmst du die Ausfahrt Trento Sud und folgst der SS45bis Richtung Riva del Garda. Vom Gardasee kommend erreichst du die Seen ebenfalls über diese Straße mit Abzweig nach Terlago. Linienbusse fahren bis Terlago; von dort geht es zu Fuß oder mit dem Fahrrad weiter. Die Auffahrt ist kurz, aber steil.
Weitere praktische Informationen
In der Nähe der Lamar-Seen gibt es Parkplätze, darunter auch einige für Personen mit eingeschränkter Mobilität. In der Hochsaison sind diese oft gebührenpflichtig und schnell belegt. Zwischen Lago Santo und Lago di Lamar befindet sich ein Restaurant mit Barservice.
Das Klima ist durch die Höhenlage und die Nähe zu den Bergen geprägt: milde Sommer mit frischen Abenden, kühlere Temperaturen im Frühling und Herbst, besonders im Waldschatten. Im Winter bleibt das Gebiet zugänglich, jedoch mit eingeschränkten Dienstleistungen. Für besondere Anforderungen an die Barrierefreiheit empfiehlt es sich, den Zustand der Wege vorab zu prüfen, da einige Abschnitte Gefälle oder Schotterflächen aufweisen. Das Gebiet wurde mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, ein Zeichen für Wasserqualität und nachhaltige Bewirtschaftung.